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Mythos #2 Veganer essen den Tieren das Futter weg

Ein Vorurteil, was sicher jeder von euch schon einmal zu Ohren bekommen hat. Doch wie geht man mit so einem Argument um? Als ich diesen Satz das erste Mal gehört habe, saß ich in einem Restaurant und nachdem ich nach einem veganen Gericht gefragt habe, entgegnete mir die Köchin: „Veganer bekommen bei mir nichts, denn die essen meinem Essen das Essen weg!“.

Wenn es nicht der 80. Geburtstag der Oma meines Freundes gewesen wäre, wäre ich aufgestanden und gegangen. In diesem Moment hatte ich keine passende Antwort und mir bleib nichts anderes übrig, als souverän zu lächeln und einen Salat mit Pommes zu bestellen. Damit dir so etwas nicht passiert, möchte ich dir hier eine Argumentationsgrundlage geben, um genau solchen Vorurteilen besser entgegen treten zu können.

Essen Veganer wirklich den Tieren das Futter weg?

Im ersten Moment scheint diese Aussage vielleicht logisch, denn schließlich essen wir Veganer tatsächlich viele Dinge, die Kühe, Schweine und Hühner auch essen. Doch wenn man die Sache mal etwas genauer unter die Lupe nimmt, wird man schnell feststellen, dass es einfach nicht stimmen kann.

Schauen wir uns die Zahlen einmal genauer an. Ein Kilo Rindfleisch, zum Beispiel, verbraucht laut der Albert Schweizer Stiftung zwischen 3,9 und 9,4 kg Getreide. Das heißt, dass mindesten viermal so viel Getreide gebraucht wird, um ein Kilo Fleisch herzustellen. Ist das nicht ein unglaublicher Ressourcenverlust? Würden wir das Getreide selbst essen und nicht erst den Umweg über das Tier nehmen, dann könnten wir viel mehr Menschen satt bekommen und keiner müsste mehr Hunger leiden. Wir merken also: es nicht so, dass wir den Kühen das Futter wegessen, sondern genau anders herum.

Nicht nur das Futter ist hier das Problem. Wasser ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Erde – die Essenz des Lebens. Ein Kilo Rindfleisch verbraucht sage und schreibe 15 400 Liter Wasser! Mit diesem unglaublichen Wasservolumen könnte jeder von uns einen ganzen Monat lang jeden Morgen duschen. Ich finde das eine horrende Verschwendung, wenn man bedenkt, in wie vielen Ländern Wasserknappheit herrscht.

Aber wie sieht es bei den Schweinen aus? Ist hier der Verbrauch an Futter und Wasser vielleicht ressourcenschonender? Laut proveg international gehen in der Schweinemast etwa 80% der Energie aus Futtermitteln und etwa 90% der pflanzlichen Proteine verloren. Zwar verbraucht ein Schwein bis zur Schlachtung nicht die Masse an Futter, wie es vergleichsweise eine Kuh tut, das wiederum wird durch den hohen Energieverlust aber wieder relativiert. Auf der Webseite virtuelles-wasser.de ist der Wasserverbrauch eines Kilos Schweinefleisches mit 5 988 Litern Wasser angegeben. Somit sieht es bei den Schweinen nicht viel besser als bei den Kühen aus.

Hühner bestechen im Übrigen auch nicht durch ihren Futtermittel- und Wasserverbrauch. Auch hier wird der Verbrauch an Wasser laut virtuelles-wasser.de auf 4 325 Liter pro Kilo Fleisch geschätzt. Und laut dem WWF braucht es ca. 2,63 kg Futtermittel, um ein Kilo Geflügelfleisch herzustellen. Immer noch eine immense Verschwendung.

Fazit

Insgesamt werden laut einer Studie des WWFs 60% allen Getreides und sogar 70% aller Ölsaaten an Tiere verfüttert. Somit ist das Argument, dass wir Veganer den Tieren das Futter wegessen, eindeutig widerlegt und muss sogar umgekehrt werden.

Kurz gesagt, könnte man über dieses Vorurteil nun nur noch milde lächeln. Aber man will ja seine Mitmenschen nicht so unwissend und mit dem Glauben, Recht zu haben, zurücklassen, oder? ?

Also viel Spaß beim Argumentieren!

Eure Sophia

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Über den Autor

Sophia ist seit zwei Jahren aktiv im Tierschutz dabei und unterstützt mit ihrem Verein nicht nur Lebenshöfe, sondern zeigt auch, dass eine vegane Lebensweise keinerlei Einschränkung bedeutet.

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